Der Name kommt von der Sibylle. Einer mittelalterlichen Legende zufolge — ein französischer Roman aus dem 15. Jahrhundert hat die Geschichte durch ganz Europa verbreitet — lebte eine Prophetin in einer Höhle nahe dem Gipfel, und die Höhle war der Eingang zu einem unterirdischen Reich. Die Ritter, die zu ihr hinaufstiegen, kamen nicht alle zurück. Die Höhle existiert. Die Legende ist noch da. Der Berg, auf 2.173 Metern, auch.
Die Rundtour, die den Grat des Monte Sibilla umrundet, beginnt beim Rifugio Sibilla auf 1.540 Metern, steigt zum Monte Zampa auf, folgt dem Grat zum Sibyllen-Gipfel und kehrt über einen Schotterweg zurück. 12,3 Kilometer. 610 Höhenmeter. Schwierig. Vom Grat aus reicht der Blick auf der einen Seite zur Adria, auf der anderen zum Gran Sasso.
Von Casa della Nonna Elsa sind es etwa 80 km Richtung Südwesten, in der Provinz Ascoli Piceno.
Der Monte-Sibilla-Grat, 2.173 m. Foto: komoot.com
Die Route: Eckdaten
- Gesamtlänge: 12,3 km
- Höhengewinn: 610 m
- Höchster Punkt: 2.173 m (Gipfel Monte Sibilla)
- Tiefster Punkt: 1.537 m
- Schwierigkeit: Schwierig
- Geschätzte Zeit: 4h 45min – 5h 30min
- Komoot-Bewertung: 4,7/5 (87 Bewertungen)
- Start und Ziel: Rifugio Sibilla, Montemonaco (Ascoli Piceno)
- Parken: neben der Hütte
Drei Abschnitte der Tour
Der Aufstieg zum Monte Zampa. Die Runde verläuft gegen den Uhrzeigersinn. Die erste Stunde ist die härteste: auf dem Anfangsabschnitt zum Monte Zampa (1.791 m) gewinnt man schnell Höhe. Von hier öffnet sich die erste große Aussicht — der Lago Gerosa, der Monte Banditello, die Ebene bis zur Adria.
Der Grat zur Sibylle. Vom Monte Zampa zum Sibyllen-Gipfel sind es rund drei Kilometer Gratwanderung. Das Gelände ist exponiert — in einigen Abschnitten fallen die Hänge auf beiden Seiten ab — und der Weg ist schmal. Kurz vor dem Gipfel gibt es eine fünf Meter hohe Felspassage mit Kette. Technisch nicht schwierig, aber Konzentration ist nötig und absolute Schwindelfreiheit Voraussetzung. Oben auf 2.173 Metern ist der Blick 360°: das Meer auf der einen Seite, der Vettore, der Redentore, die Priora, der Gran Sasso in der Ferne.
Der Abstieg über den Schotterweg. Vom Gipfel rund 750 Meter exponierter und leicht technischer Abstieg — an einer Stelle müssen Hände eingesetzt werden. Danach öffnet sich das Gelände und der Rückweg zur Hütte verläuft auf einem etwa sieben Kilometer langen Schotterweg. Leicht zu gehen, weniger schön.
Der Grat Richtung Monte Zampa, mit Blick zur Adria. Foto: komoot.com
Was du vorher wissen solltest
Für wen diese Route ist. Für erfahrene Bergwanderer. Nicht für Familien mit kleinen Kindern, nicht für alle, die Höhenangst haben, nicht als erste Tour der Saison. Die exponierten Abschnitte sind real. Wenn der Lame Rosse Trail oder die Infernaccio-Schlucht und San Leonardo eher dein Niveau sind, ist diese Route die nächste Stufe — nicht dieselbe.
Die Kettenpassage. Etwa vier Kilometer nach dem Start, kurz vor dem Gipfel, gibt es eine fünf Meter hohe Felspassage mit fester Kette. Kein Spezialmaterial nötig, aber freie Hände und griffige Schuhe schon. Für jemanden, der Berggelände gewohnt ist, keine wirkliche Schwierigkeit.
Der Abstieg bei km 8,77. Eine Erdrutschzone, wo der Weg verschwindet und man querfeldein über losen Untergrund absteigt. Das ist der technisch anspruchsvollste Moment der gesamten Runde. Stöcke und Aufmerksamkeit.
Wasser. An der Hütte gibt es eine Bergquelle — die einzige auf der gesamten Route. Flaschen vor dem Aufbruch füllen.
Vom Gipfel des Monte Sibilla: rechts der Monte Vettore. Im Hintergrund der Gran Sasso. Foto: komoot.com
Die Zufahrtsstraße: vorher lesen
Die Straße hinauf zum Rifugio Sibilla ist einer der praktischen Aspekte des Tages. Es sind etwa fünf Kilometer schmale Gebirgsstraße — weniger als eineinhalb Spuren — mit engen Kehren und viel Gefälle. In der Hochsaison kann die Gemeinde Montemonaco den Zugang für Privatfahrzeuge einschränken und einen Shuttle von unten anbieten, zu einem Preis von 3 € pro Person je Richtung.
Vor der Abfahrt lohnt es sich, die Webseite der Gemeinde Montemonaco oder die Seite des Parco Nazionale dei Monti Sibillini auf aktuelle Einschränkungen zu prüfen.
Wann am besten
Von Mai bis Juli ist das Massiv in bester Verfassung: Schnee weg, Hänge mit Gras und Wildblumen, gute Sicht. Die frühen Morgenstunden sind die besten — für das Licht und um die Nachmittagsbewölkung zu vermeiden, die im Sommer von der Adria aufziehen kann.
Im Winter kann der Grat verschneit und vereist sein. Das ist keine Tour für Ungeübte bei Schneeverhältnissen.
Die Karte
Vollständige Route auf Komoot ansehen — mit interaktiver Karte, Höhenprofil und GPX-Download.
Anfahrt von Monterubbiano
Von Casa della Nonna Elsa sind es etwa 80 km Richtung Südwesten, in der Provinz Ascoli Piceno, Richtung Montemonaco. Die Straße durchquert das gesamte Binnenland von Le Marche — Hügel, Täler, dann das Gebirge. Das Rifugio Sibilla liegt am Ende der Zufahrtsstraße, die von Montemonaco hinaufführt.
Früh aufbrechen. Bei 4h 45min Wanderzeit plus Pausen musst du vor acht losgehen, um zum Mittagessen an der Hütte zu sein.
Die anderen beiden Touren der Serie, wenn du die Schwierigkeitsgrade vergleichen möchtest: der Lame Rosse Trail (schwierig, 70 km vom Haus) und die Infernaccio-Schlucht und Einsiedelei San Leonardo (moderat, 50 km). Und wenn du einen Überblick über den Park als Ganzes willst, haben wir einen vollständigen Reiseführer zu den Monti Sibillini.
Route: Monte Sibilla Loop auf Komoot · 12,3 km · 610 Hm · Schwierig · Monte Sibilla, 2.173 m · Parco Nazionale dei Monti Sibillini, Ascoli Piceno