Der Tenna-Fluss macht seit Jahrhunderten dasselbe: er schneidet durch Fels. Das Ergebnis ist die Gola dell'Infernaccio — eine Schlucht mit senkrechten Kalksteinwänden im Herzen des Parco Nazionale dei Monti Sibillini, in der der Weg direkt am Wasser zwischen hellen Felswänden verläuft. Am Ende der Schlucht beginnt der Aufstieg zum Eremo di San Leonardo al Volubrio, einer mittelalterlichen Einsiedelei, die in den Hang eingegraben ist — die Mönche beschlossen irgendwann im dreizehnten Jahrhundert, dass sie so weit wie möglich von allem entfernt leben wollten.

Moderate Schwierigkeit. Für Familien, für alle, die nicht viel gewandert sind, für alle, die die Sibillini kennenlernen wollen, ohne gleich mit dem Härtesten zu beginnen.

Von Casa della Nonna Elsa ist der Startpunkt etwa 50 km entfernt. Weniger als eine Stunde mit dem Auto.


Die Gola dell'Infernaccio — der Tenna schneidet sich durch den Fels im Parco Nazionale dei Monti Sibillini

Die Gola dell'Infernaccio im Parco Nazionale dei Monti Sibillini. Foto: komoot.com


Die Route: Eckdaten

  • Gesamtlänge: 10,9 km
  • Höhengewinn: 340 m
  • Höchster Punkt: 1.100 m
  • Tiefster Punkt: 830 m
  • Schwierigkeit: Moderat
  • Geschätzte Zeit: 3h 30min
  • Komoot-Bewertung: 4,6/5 (78 Bewertungen)
  • Start: Rubiano (Montefortino), Provinz Fermo
  • Parken: am Startpunkt der Route

Was du sehen wirst

Drei deutlich unterschiedliche Abschnitte, jeder mit seinem eigenen Charakter.

Der erste ist die Gola dell'Infernaccio. Du erreichst den Eingang der Schlucht bei km 3,6 — bis dahin verläuft der Weg auf einem Forstweg ohne besondere Schwierigkeiten. Die Schlucht selbst ist eng, feucht und auch im Sommer kühl: die Kalksteinwände filtern das Licht, das Wasser fließt neben dir, und der Name — Infernaccio, ungefähr „große Hölle" — entpuppt sich als etwas übertrieben für einen Ort, der in Wirklichkeit sehr angenehm ist.

Der zweite ist der Eremo di San Leonardo al Volubrio bei km 5,4. Der Aufstieg von der Schlucht zur Einsiedelei dauert rund 30 Minuten. Die Einsiedelei ist in den Fels des Hangs eingebettet — nicht groß, nicht imposant, aber mit dieser Qualität von Orten, die Jahrhunderte überstanden haben, wo kein vernünftiger Mensch je etwas bauen würde.

Der dritte ist der Blick ins Tenna-Tal bei km 7,6, bereits beim Abstieg. Auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses, an der Felswand, ist der Eingang zum Buco del Frassino zu erkennen — eine Höhle, die aus der Ferne viel größer wirkt, als sie ist.


Der Eremo di San Leonardo al Volubrio in den Hang der Monti Sibillini eingegraben

Der Eremo di San Leonardo al Volubrio. Foto: komoot.com


Zwei Dinge, die du vorher wissen solltest

Ein Teil des Weges verläuft auf einer Straße. Fast die Hälfte der Gesamtstrecke (rund 5 km) führt auf einer asphaltierten Forststraße, die zur Zone hinaufführt. Keine Hauptstraße — aber in der Hochsaison fahren Autos. Manche Wanderer parken weiter vorne, an einem kleinen Informationskiosk, und sparen sich diesen Abschnitt.

Die Einsiedelei kann geschlossen sein. Sie ist nicht immer für Besucher geöffnet. Wenn der Eintritt in die Einsiedelei das Ziel des Ausflugs ist, lohnt es sich, vorher aktuelle Informationen einzuholen. Wenn es vor allem ums Wandern geht — Schlucht, Wald, Aussichten —, ändert eine geschlossene Einsiedelei wenig.


Blick ins Tenna-Tal und den Buco del Frassino vom Abstiegsweg

Blick ins Tenna-Tal und den Buco del Frassino. Foto: komoot.com


Für wen ist diese Route?

Für alle in grundlegend guter Verfassung. Der Höhengewinn liegt bei 340 Metern — weniger als die Hälfte des Lame Rosse Trails —, das Gelände erfordert keine technische Erfahrung und der größte Teil des Wegs ist breit und gut markiert. Familien mit Kindern ab zehn Jahren sollten keine Probleme haben. Mit Hund funktioniert es ebenfalls gut.

Frühling und Sommer sind die besten Monate: die Gola dell'Infernaccio hat im Frühling mehr Wasser und die Schlucht bleibt kühl. Im Sommer lohnt es sich, früh aufzubrechen.


Die Karte

Vollständige Route auf Komoot ansehen — mit interaktiver Karte, Höhenprofil und GPX-Download.


Anfahrt von Monterubbiano

Von Casa della Nonna Elsa sind es etwa 50 km ins Landesinnere, durch die Provinz Fermo Richtung Montefortino. Die Straße überquert mehrere Hügel, bevor der Anstieg in die Sibillini beginnt. Das Dorf Rubiano liegt direkt vor dem Eingang zur Schlucht — Parken am Startpunkt der Route.

Für einen entspannten Ausflug: um neun aufbrechen. Zum Mittagessen wieder zurück.


Wenn du etwas Anspruchsvolleres im selben Teil des Parks suchst, ist der Lame Rosse Trail 20 km weiter nördlich — 520 Hm, schwierig, und die fotogensten roten Felsformationen in Le Marche. Für einen Überblick über den Park haben wir auch einen vollständigen Reiseführer zu den Monti Sibillini.


Route: Von Rubiano zum Eremo di San Leonardo auf Komoot · 10,9 km · 340 Hm · Moderat · Parco Nazionale dei Monti Sibillini, Provinz Fermo