Die Lame Rosse sind das Ergebnis von Wasser, Eis und zwei Millionen Jahren Geduld. Zinnen und Türme aus rostfarbenem Fels — bis zu zwanzig Meter hoch — ragen aus dem Buchenwald heraus, als hätte sie jemand dort aufgestellt. Nichts in Le Marche sieht so aus. Manche nennen sie das Kappadokien der Sibillini, was etwas übertrieben ist — aber auch nicht ganz falsch.

Der Weg hinauf beginnt an der Staumauer des Lago di Fiastra und umfasst 11 Kilometer mit 520 Höhenmetern. Schwierig. Ein Ganztagesausflug, der Vorbereitung verdient.

Von Casa della Nonna Elsa bist du in weniger als einer Stunde dort.


Die Lame Rosse vom Buchenwald des Parco Nazionale dei Monti Sibillini aus

Die Lame Rosse im Parco Nazionale dei Monti Sibillini. Foto: komoot.com


Was die Lame Rosse sind

Geologische Formationen: Säulen aus verdichtetem Kies, Ton und Schlick, die Erosion — Regen, Eis, Jahrhunderte — in senkrechte Formen gemeißelt hat. Die Rostfarbe kommt von Eisenoxiden im Gestein. Der grüne Buchenwald ringsherum macht den Kontrast nahezu unmöglich zu fotografieren. Fotos kommen nie ganz ran.

Die Formationen befinden sich bei km 5,68, im Inneren des Parks, auf etwa 850 Metern Höhe. Du läufst am Seeufer entlang, durchquerst den Wald — und dann öffnet sich der Wald. Da stehen sie.


Rostfarbene Felspinnacles der Lame Rosse mit dem Wald dahinter

Die Felsformationen der Lame Rosse. Foto: komoot.com


Die Route: Eckdaten

  • Gesamtlänge: 11,1 km
  • Höhengewinn: 520 m
  • Höchster Punkt: 850 m
  • Tiefster Punkt: 520 m
  • Schwierigkeit: Schwierig
  • Geschätzte Zeit: 3h 45min
  • Komoot-Bewertung: 4,1/5 (51 Bewertungen)
  • Start und Ziel: Staumauer des Lago di Fiastra
  • Parken: neben der Staumauer, kostenlos

Die Route beginnt an der Staumauer. Du überquerst die 200 Meter der Staumauer zu Fuß — und schon von dort rechtfertigt der Blick auf den See zwischen den Bergen die Anfahrt. Der Weg verläuft am Seeufer entlang, taucht in den Wald ein und steigt stetig zu den Formationen auf.

Von den Lame Rosse führt die Route weitere fünf Kilometer zur Grotta dei Frati (Mönchshöhle). Das letzte Stück ist technisch anspruchsvoller: steile Passage mit losem Schotter. Wanderschuhe, keine Turnschuhe.


Wichtiger Hinweis: die Rundtour ist nicht begehbar

Die Komoot-Route ist als Rundweg angelegt. In der Praxis ist der Abschluss des Rings — der Abschnitt, der dem Fiastrone-Bach zurück zur Staumauer folgt — nicht passierbar. Wer es versucht hat, musste umkehren oder den Fluss mehr als ein Dutzend Mal mit Wasser bis zur Hüfte durchqueren. Unter normalen Bedingungen verschwindet der Weg und es gibt keine Ausschilderung.

Der Rat: geh bis zu den Lame Rosse, oder bis zur Grotta dei Frati, wenn du noch Kraft hast. Rückweg auf demselben Weg.

Kein Nachteil — der Hinweg bietet genug für einen ganzen Tag.


Der Lago di Fiastra vom Startpunkt der Route, neben der Staumauer

Der Lago di Fiastra vom Startpunkt der Route, neben der Staumauer. Foto: komoot.com


Die Karte

Vollständige Route auf Komoot ansehen — mit interaktiver Karte, Höhenprofil und GPX-Download.


Wann am besten

Frühling und Herbst sind die besten Jahreszeiten: kühle Temperaturen, Streifenlicht, weniger Autos am Parkplatz. Im Juni ist das Piano Grande di Castelluccio in voller fioritura — 30 km weiter ins Gebirge. Das könnte einen runden Tag ergeben: Vormittag bei den Lame Rosse, Nachmittag in Castelluccio mit den blühenden Feldern.

Im Sommer klappt es, wenn du vor neun losfährst und genug Wasser mitnimmst. Das letzte Stück liegt in der Sonne und wird warm.

Im Winter haben See und Wald einen anderen Charakter — Stille, Kälte, möglicher Schnee in höheren Lagen. Zu dieser Jahreszeit sind Bergwandererfahrung und entsprechende Ausrüstung nötig.


Was du mitnehmen solltest

  • Wanderschuhe mit griffiger Sohle (das Schotterpassage verlangt es)
  • Wasser: mindestens 1,5 Liter pro Person — keine Quellen auf dem Weg
  • Essen: unterwegs gibt es nichts
  • Eine wärmende Schicht: in der Höhe kann der Wind schnell drehen
  • Wanderstöcke, wenn du sie benutzt: der Abstieg wird es dir danken

Kein technisches Material nötig. Aber gute Kondition schon: 520 Höhenmeter auf elf Kilometern ist kein Nachmittagsspaziergang.


Anfahrt von Monterubbiano

Von Casa della Nonna Elsa sind es etwa 70 km ins Landesinnere, Richtung Fiastra. Die Straße steigt von den Hügeln allmählich in die Berge — der Landschaftswandel auf der Fahrt ist schon Teil des Tages. Du kommst zur Staumauer des Lago di Fiastra, parkst am Ufer und fängst an.

Für einen ganzen Ausflugstag: um acht Uhr aufbrechen. Vor zwei zurück — noch Zeit, in einem der Dörfer auf dem Rückweg zu essen.


Wenn du mehr über den Parco Nazionale dei Monti Sibillini wissen möchtest, bevor du fährst — das Piano Grande, Castelluccio, die anderen Wege — haben wir einen vollständigen Reiseführer zu den Sibillini.


Route: Lame Rosse Trail auf Komoot · 11,1 km · 520 Hm · Schwierig · Parco Nazionale dei Monti Sibillini, Le Marche