Porto Recanati liegt am nördlichen Rand der Riviera del Conero, wo die Adriakurve beginnt, sich den Kalksteinfelsen des Monte Conero zuzuwenden. Es ist eine Fischerstadt, die zum Seebad geworden ist, ohne ganz zu vergessen, was sie war — die Boote fahren noch aus, der Brodetto wird noch auf die alte Art zubereitet, und das Castello im Mittelpunkt der Piazza dominiert noch alles.

Neun Kilometer Strand, eine Fußgänger-Lungomare, eine im Sand vergrabene römische Stätte und ein mittelalterliches Castello, das nach den schwäbischen Kaisern benannt ist. Es ist näher als man denkt.


Porto Recanati — Adriaküste, Le Marche

Porto Recanati, Le Marche. Foto: italia.it


Der Strand und die Lungomare

Die Strände von Porto Recanati tragen seit Jahren die Bandiera Blu — das europäische Qualitätszertifikat für Küstenorte. Neun Kilometer Adriaküste und eine lange Fußgängerpromenade, die sich die ganze Länge entlangzieht. Im Juli und August füllt sich die Lungomare mit den Rhythmen einer italienischen Strandstadt: Morgenschwimmer, nachmittäglicher Schatten unter Sonnenschirmen, abendliche Passeggiata.

Das Meer hier ist ruhig und flach in der Nähe des Ufers, was es für Familien gut geeignet macht. Die Wasserqualität, die die Bandiera Blu einbringt, ist kein Zufall — sie wird von Menschen gepflegt, die es ernst nehmen.


Castello Svevo

Das Castello Svevo erhebt sich über der zentralen Piazza. Unter den schwäbischen Kaisern erbaut — der normannisch-sizilianischen Dynastie, die Süditalien durch das 12. und 13. Jahrhundert regierte —, ist es das markanteste Wahrzeichen der Stadt und der Anker ihres bürgerlichen Lebens. Das Castello wurde restauriert und beherbergt nun durch die Sommermonate hindurch Kulturveranstaltungen und Ausstellungen.

Darunter, auf der Piazza, befindet sich die Arena Gigli — ein Open-Air-Veranstaltungsort, benannt nach Beniamino Gigli, dem großen Tenor, der im nahe gelegenen Recanati geboren wurde. Gigli war eine der prägenden Stimmen des frühen 20. Jahrhunderts; die Arena, die seinen Namen trägt, beherbergt jeden Sommer Opern- und Klassikkonzerte.


Potentia — die Römerstätte in den Dünen

Am südlichen Stadtrand, teilweise unter den Küstendünen vergraben, liegt Potentia — eine 184 v. Chr. gegründete römische Kolonie. Ausgrabungen haben Straßen, Mosaike und die Konturen öffentlicher Gebäude zum Vorschein gebracht. Es ist kein großer, kuratierter Archäologiepark, was teilweise seinen Reiz ausmacht: Man blickt auf eine Stadt, die im Laufe von zweitausend Jahren einfach von der Landschaft aufgesogen wurde.


Brodetto portorecanatese

Jede Küstenstadt in Le Marche hat ihre Version des Brodetto — des Fischeintopfs, der das meistdiskutierte Gericht der Region ist. Porto Recanatis Version ist besonders: Der Fisch kommt von lokalen Booten, das Rezept richtet sich danach, was die Adria jeden Morgen hergibt, und das Ergebnis ist etwas, das sich nicht gut transportieren lässt. Man muss es hier essen.

Im Juni veranstaltet die Stadt die Settimana del Brodetto — eine Woche, die dem Gericht gewidmet ist, mit Restaurants, die um ihre Interpretation wetteifern, und Kostproben für Besucher. Wer zeitlich flexibel ist, sollte die Reise darum herum planen.


Corso Matteotti und die Antiquitätenmärkte

Die Hauptstraße, Corso Matteotti, zieht sich durch die Altstadt und ist der richtige Ort für einen Abendspaziergang. Im Sommer bauen Antiquitäten- und Kunsthandwerksmärkte entlang des Corso auf, besonders an Wochenendabenden — eine entspannte Version derselben Tradition, die man an Fermos Donnerstagmarkt unter den Arkaden findet.


Anreise von Gelsomoro

Porto Recanati ist 40 Minuten mit dem Auto von Gelsomoro entfernt — eine direkte Fahrt nordwärts entlang der Küstenstraße. Es ist die natürliche Ergänzung zu einem Morgen in Civitanova Marche oder einem Nachmittag in Recanati selbst, der Hügelstadt, in der Leopardi geboren wurde.

Die Kombination aus Bandiera-Blu-Stränden, dem Castello, der römischen Stätte und einem Brodetto-Mittagessen macht mühelos einen vollen Tag daraus.


Porto Recanati

Provinz Macerata · Le Marche · 62017

40 Minuten von Gelsomoro

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