Sieben Kilometer vom Meer entfernt, auf einem steilen Hügel zwischen den Tälern des Tenna und des Ete Vivo thronend, ist Fermo eine Stadt, die einen überrascht. Man kommt für einen Morgen, bleibt zum Mittagessen und reist ab mit dem Vorsatz, wiederzukehren.
Der Dom dominiert von oben. Die Straßen darunter sind eng und gewunden, noch immer gepflastert mit cotto — dem gebrannten Terrakottaziegel, der eine lebendige Spur der römischen und mittelalterlichen Stadt unter der heutigen ist. Die Aussichten öffnen sich unvermittelt: zwischen Dächern, durch Torbögen, am Ende einer Gasse, die plötzlich abbricht und das Meer zeigt.
Fermo, Le Marche. Foto: italia.it
Piazza del Popolo
Das Herz von Fermo ist die Piazza del Popolo — nicht nur ein Platz, sondern das Wohnzimmer der Stadt. Sie wird von zwei Säulengängen gerahmt und ist seit Jahrhunderten der Mittelpunkt des bürgerlichen Lebens hier. Märkte, Versammlungen, politische Veranstaltungen — und donnerstags abends im Sommer ein Antiquitäten- und Kunsthandwerksmarkt, der von Juli bis August unter den Arkaden aufgebaut wird.
Die Gebäude rund um den Platz sind der Lebenslauf der Stadt. Der Renaissance-Palazzo dei Priori beherbergt in seinen oberen Stockwerken die Pinacoteca civica — eine Sammlung von Gemälden und Skulpturen, die mehr Zeit verdient, als die meisten Besucher ihr widmen. Im Mittelpunkt liegt die Sala del Mappamondo, benannt nach einer Weltkarte von 1713, gezeichnet vom Kartografen Amanzio Moroncelli aus Fabriano. Es ist einer jener Räume, der einen mitten im Schritt innehalten lässt.
Man blicke nach oben, wenn man die loggetta pensile entlanggeht — den überdachten Gang, der den Palazzo dei Priori mit dem Palazzo degli Studi verbindet. Die Fresken an der Gewölbedecke lassen sich leicht übersehen, wenn man geradeaus schaut.
Der Dom
Die Kathedrale der Himmelfahrt steht auf dem Girfalco-Hügel — dem höchsten Punkt der Stadt, von dem aus die Aussichten sich in einer Richtung zu den Sibillini und in der anderen zur Adria erstrecken. Die Fassade ist asymmetrisch und aus istrischem Kalkstein gebaut, was ihr im Morgenlicht eine ungewöhnliche Qualität verleiht.
Im Inneren: eine byzantinisch-griechische Ikone aus dem 12. Jahrhundert und darunter, unter dem heutigen Kirchenschiff, die Überreste eines Mosaikbodens aus dem 5. Jahrhundert aus der frühchristlichen Kirche, auf der die Kathedrale erbaut wurde. Fermos Geschichte reicht tief — buchstäblich.
Unter der Stadt: Die Römischen Zisternen
Unter der Stadt liegen die Römischen Zisternen von Fermo — ein riesiges römisches Wassersystem aus dem 1. Jahrhundert n. Chr., eines der besterhaltenen der Welt. Die Zisternen wurden gebaut, um das römische Theater und die Stadt zu versorgen, und ihre gewölbten unterirdischen Kammern erstrecken sich über Hunderte von Metern. Sie sind im Sommer kühl, wenig besucht und wirklich außergewöhnlich.
Wer mit Kindern reist oder einfach verstehen möchte, wie viel Stadt unter dieser Stadt geschichtet ist — die Zisternen sind keine Option, sie sind Pflicht.
Corso Cefalonia und die Nebengassen
Zwischen Corso Cavour und Corso Cefalonia geben die palazzetti aus dem 15. Jahrhundert und die Renaissancegebäude ein Gefühl dafür, wie Fermo zu seiner wohlhabendsten Zeit aussah. Der dunkle Stein der Nebengassen und die unvermittelten Öffnungen auf die Landschaft darunter lassen das Gehen hier wirklich entdeckerisch anfühlen — die Stadt wurde nicht übermäßig geglättet für Besucher.
Von Gelsomoro aus
Fermo ist 20 Minuten mit dem Auto von Gelsomoro entfernt — landeinwärts und bergauf, durch die landwirtschaftliche Landschaft der Provinz Fermo. Es hat genau die richtige Größe für einen Nachmittag: klein genug, um ohne Plan zu gehen, groß genug, um ein paar Stunden zu füllen, ohne es zu versuchen.
Der Donnerstag-Abend-Antiquitätenmarkt unter den Arkaden ist ein guter Grund, einen Besuch zu terminieren. Ebenso ein ausgiebiges Mittagessen in einem der Restaurants rund um die Piazza del Popolo, wo die regionale Küche — vincisgrassi, brodetto, lokale Käsesorten — ohne Zeremonie und gut zubereitet wird.
Fermo
Provinz Fermo · Le Marche · 63900
20 Minuten von Gelsomoro · UNESCO Learning City